Diagnose Zungenkrebs – Teil 10

Die Entlassung aus dem Krankenhaus

Vom Tag meiner Aufnahme im Krankenhaus bis zu meiner Entlassung aus dem Krankenhaus sind tatsächlich nur 12 Tage vergangen. In diesen 12 Tagen ist angefangen mit der Mega-OP und Intensivstation über Hustenanfällen wegen des Tracheostomas, Röntgenaufnahmen, Mitteilungsschwierigkeiten bis hin zur Schlaflosigkeit und Gewichtsverlust, soviel passiert. Mir kam es viel länger vor. Rückblickend wundere ich manchmal, wieviel in einer so kurzen Zeitspanne passieren konnte.

Meine erste Dusche

Was ich noch als richtig positiv aufregend in Erinnerung habe ist meine erste Dusche! Das war so ca. 3 Tage vor meiner Entlassung aus dem Krankenhaus. Morgens stand meine liebe Schwester Michaela vor meinem Bett und meinte „heute duschen wir“. Wow! Das war im ersten Moment pure Freude. Im zweiten Moment kam schon wieder eine meiner 1001 Ängste um die Ecke und sagte „Oha, wenn das mal nicht brennt wie Bolle, wenn Wasser auf die Wunden am Hals kommt“. Auch schön, die zweite Variante „Mist, was passiert wenn Wasser in meinen Luftröhrenschnitt läuft“? Wie soll das denn bitte klappen? Aber Schwester Michaela kannte mich nun schon recht gut und hatte meine Gedanken sofort erkannt und gegengesteuert. Einfach herrlich.

So habe ich mich dann in die Dusche geschleppt. Dort saß ich auf einem Duschstuhl und Schwester Michaela hat mich abgeseift und mir versucht den fettigen Mopp auf meinem Kopf zu waschen. Die Haare waren danach nicht wirklich weniger fettig, haben sich aber mit dem restlichen Frischegefühl auf meinem Körper einfach nur genial angefühlt. Nach so einer Erfahrung lernt man die tägliche Dusche zu schätzen.

Kurz vor der Entlassung aus dem Krankenhaus durfte ich noch duschen.
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Mein Gefühl nach dem Duschen

Das Biopsie Ergebnis der Lymphknoten

Ein anderer Moment kurz vor meiner Entlassung aus dem Krankenhaus an den ich mich sehr gut erinnere war der. Die histologischen Untersuchungsergebnisse der entfernten Lymphknoten waren endlich da. Ich hatte das ehrlicherweise schon voll vergessen, weil ich mit meinem täglichen Kampf um Luft, Nahrungsaufnahme und Schlaf schon so beschäftigt war. Aber mein Mann nicht. So hatte er sich erkundigt und war zur Bekanntgabe des Ergebnis auch bei mir.
Dr. Baumann hatte mir schon morgens Bescheid gegeben, dass er nachmittags mit dem Ergebnis vorbei kommen wird. Als die Tür dann aufging und er reinkam war es ein riesengroßes Glücksgefühl weil ich ihm ansehen konnte, dass alles gut ist. In seinem lustigen Dialekt kam er auch gleich zur Sache und meinte „eehh kloar – alles super“. In keinem Lymphknoten wurde Krebs nachgewiesen. Und mir wurden immerhin auf jeder Seite 37 davon entfernt! Juhu!! Es ist so schön, wenn dein Arzt sich mit dir freuen kann.

Der Schwerbehindertenausweis

Dann war da noch der Tag an dem eine sehr freundliche Dame vom Sozialdienst des Krankenhauses kam und mich darüber aufklärte, dass ich von nun an schwerbehindert bin. Ich habe darüber schon mal kurz in meinen „Tipps“ berichtet und verlinke das hier . Es ist glaube ich eine Gradwanderung jetzt niemanden zu beleidigen oder zu diskriminieren, wenn ich erzähle, dass ich geschockt war von der Aussicht ab sofort schwerbehindert zu sein. Aber es war so. In dem Moment habe ich auch nur an mich gedacht und an sonst niemanden. Darüber hatte ich mir im Vorwege natürlich nie Gedanken gemacht – wie auch? Meine Schwester kam am Abend vorbei und ich habe ihr von den Antragsformularen erzählt. Sie meinte dann nur ganz lässig „denen schicken wir nen richtig cooles Foto von dir zu. Dann hast du den schönsten Schwerbehindertenausweis den es gibt“. Auch das war einfach nur als Aufmunterung für mich gedacht und nichts diskriminierend anderen Schwerbehinderten gegenüber. Schwieriges Thema, so im nachhinein betrachtet…

Die Entlassung aus dem Krankenhaus

Dann war es soweit. Mit einem großen und sehr üblen psychischen Knalleffekt wurde ich entlassen. Davon erzähle ich Euch in Teil 11 meiner Geschichte.

3 Kommentare bei „Diagnose Zungenkrebs – Teil 10“

  1. Hi Gwen,
    Ich lese immer mal wieder gern in Deinem Block. Ist sicher mächtig belastend wenn da plötzlich wieder irgendwo was auftaucht und sich Panik bemerkbar macht. 😢 Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute , und das die Arzte hier nix Böses finden und Dir helfen können.

    Liebe Grüße Mattze

    1. Hi Mattze, ich freue mich, wenn Du immer mal wieder vorbeischaust. Es ist tatsächlich eine riesen Belastung, immer die Bedrohung zu spüren. Zum Glück ist diesmal alles gut gegangen und es wurde nichts gefunden. Ich hoffe es geht dir gut.
      Liebe Grüße Gwen

  2. There is certainly a lot to learn about this issue. I love all of the points you have made. Adelaida Robby Dorolisa

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